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TIME Magazine hat Jenny Evans 1987 Deutschlands führende Jazzsängerin genannt. Sie hat in den 80ern ihren eigenen Jazzclub „Jenny’s Place“ und Rollen als Schauspielerin auf der Bühne und im Fernsehen. 2009 wurde bei Jenny Evans Produzent, Manager und Ehemann Rudi Martini Alzheimer Demenz diagnostiziert. Er starb am 4. Mai 2015.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft Paul Klinger Künstlersozialwerk Pflegeberatung München

Texte zu diesem Thema finden Sie in den folgenden Interviews-Auszügen:

Jenny Evans und Rudi Martini
Jenny Evans: Sängerin, Schauspielerin und pflegende Angehörige
„Und dennoch singe ich“

Ihre 10 CDs wurden seit 1987 von Ihrem späteren Ehemann Rudi Martini produziert und kurz darauf hat er das Management für Sie übernommen. 2009 wurde bei ihm Alzheimer Demenz diagnostiziert. Schaffen Sie es als Sängerin und Schauspielerin ohne ihm über die Runden zu kommen? Wie sieht Ihr Leben aus?

Bevor wir uns zusammen getan haben, habe ich alles selbst gemacht...

Sie haben erst 1999 geheiratet.

Wir waren auch ohne Trauschein ein Paar. Ich hatte meine Wohnung im 1. Stock und diese Abgrenzung...

Wie hat sich die Krankheit Ihres Mannes bemerkbar gemacht?

Er war immer ein absoluter Macher – sehr organisiert, ein Sportler, sehr von Geschwindigkeit begeistert...

Wie ist es Ihnen gegangen, als Sie es erfuhren?

Was meinen Sie? Es war entsetzlich. Ich habe die behandelnde Neurologin gebeten, es ihm noch nicht zu sagen...

Wie hat sich für Sie das Leben geändert?

Am Anfang hat sich wenig geändert. Unser Hausarzt hat ihm zwei mal die Woche Physiotherapie verordnet...

Es muss aber für Sie eine enorme seelische Belastung gewesen sein.

Es waren vor allem die Veränderungen, die in seinem Wesen statt gefunden haben, für mich schrecklich...

Haben Sie nicht professionelle Hilfe gesucht?

Meinen Freunden, meinen Musikern habe ich von den Problemen erzählt. Einfach darüber zu reden hat mir gut getan...

Rudi Martini hat Sie nicht nur als Produzent und Manager betreut, sondern ist auch als Schlagzeuger mit Ihnen aufgetreten.

Was ich so sehr an ihm bewundert habe, war seine Begeisterungsfähigkeit für den Jazz und für das Live-Spielen...

Wie ging es mit Ihrem Mann dann weiter?

Er hatte zunehmend Schwierigkeiten sich in der Zeit und in der Umgebung zurecht zu finden...

Sie haben sich in der Materie zurecht gefunden?

Es war sehr schwer für mich. Als Kämpfernatur habe ich immer weiter gemacht. Mein Vater in England...

Haben Sie Hilfe von der Pflegekasse erhalten?

Ja, aber nicht nur von der Pflegekasse. Ich habe gesehen, dass ich die Wohnung Behinderten gerecht...

Wie kommen Sie zurecht, jetzt wo Ihr Mann wieder Zuhause ist?

Vor allem bin ich sehr zufrieden mit unserem jetzigen Pflegedienst. Sie kommen zwei Mal am Tag...

Sie haben aber Konzerte, müssen ins Studio?

Ich kann mir wirklich nur Engagements leisten, die sich „lohnen“. Ein paar Stunden kann ich weggehen aber...

Wie könnte für Sie ein Pflegereform aussehen?

Vor allem, dass der Beruf eines Altenpflegers finanziell gewürdigt wird. Die Arbeit erfordert viel...

Sie werden am 20. Oktober, 2014 60 Jahre alt. Was wünschen Sie für sich und Ihren Mann?

Für mich wünsche ich vor allem Gesundheit. Meine große Angst ist, dass ich krank werde und nicht mehr...

Das gesamte Interview als PDF ansehen / herunterladen (36kB)
Jenny Evans: Diabetikerin und pflegende Angehörige
„Das Leben ist doch schön“

Jenny Evans, Sie sind Sängerin, Schauspielerin und Typ I-Diabetikerin. Wann wurde bei Ihnen Diabetes festgestellt?

Ich bin Engländerin und bin 1974 als Au-Pair-Mädchen nach München gekommen, um Deutsch zu lernen...

Wie ging es Ihnen nach dem Sie erfahren haben, dass Sie Diabetes haben?

Es war ein Schock, aber mir ging es so schlecht, dass ich mich nicht mehr so gut daran erinnern kann...

Nach einer gewissen Zeit wurde Ihr Diabetes als „brittle“ also „unberechenbar“, „labil“ bezeichnet. Wie haben Sie darauf reagiert?

Die Insulintherapien waren so, dass ich eine Mischung von Normalinsulin und Verzögerungsinsulin spritzen musste. Ich bin von einem Unterzucker in den anderen gefallen...

Der Beruf einer Sängerin und Schauspielerin mit einem unregelmäßigen Tagesablauf: wie bringt man ihn und den Diabetes unter einem Hut?

Ich bin eigentlich ein Morgenmensch – ich bin am Kreativsten und Produktivsten am Vormittag. Dass ich als Sängerin und Schauspielerin den Großteil meiner beruflichen Arbeit am Abend...

Was hat sich in der Diabetes-Therapie für Sie geändert bzw. verbessert?

Früher sagte man, dass Diabetiker einen ganz regelmäßigen Tagesablauf einhalten müssen – es war so, als ob die Ärzte sagen würden, so und so haben Sie es zu tun und keine Widerrede...

Ihr jetzige Ehemann Rudi Martini, ein sehr angesehener Musikmanager und PR-Fachmann, ist 1993 an Diabetes Typ 2 erkrankt. Zwei Diabetiker in einem Haus. Wie wirkt sich das aus?

Als ich es erfuhr, habe ich zuerst gelacht – das muss Liebe sein, mir zuliebe hat er auch Diabetes...

Sie sind beide erfolgreich, haben zehn Jazz-CDs miteinander produziert, Ihre CD Nuages hat 2005 den Vierteljahres-Besten-Preis der Deutschen Schallplattenkritik bekommen mit der höchsten Benotung seit zehn Jahren. 2009 wurde Rudi Martini mit Alzheimer-Demenz diagnostiziert – Sie sind jetzt eine pflegende Angehörige geworden? Hat sich Ihr Diabetes-Management dadurch geändert?

Zuerst zum Diabetes-Management von Rudi. Auf Grund seiner Krankheit wurde er in die Gerontologische Psychiatrie eingewiesen. Dort hat man ihn auf Tabletten umgestellt...

Und wie meinen Sie, werden Sie es in der Zukunft schaffen?

Für mich ist Diabetes keine Krankheit – es ist einfache eine Mangelerscheinung...

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Jazzsängerin Jenny Evans zum 60. Geburtstag
„Und jedes Lied wird mein Eigenes“

Wie sind Sie zum Jazz gekommen?

Auch als kleines Mädchen war ich immer die Erste, die sich gemeldet hat, wenn es etwas zum Singen gab...

Wie war die Musik-Szene in den 70er Jahren in München?

Es gab überall Musik. Mitten in Schwabing gab es sechs Lokalen mit Live-Musik: das Domicile, das Schwabinger-Podium, das Allotria...

Sie haben sich also nicht für die Pop-Musik interessiert?

Ich bekam sie natürlich mit. Die Münchner Produktionen wie „Silver Convention“ mit ihrem Fly Robin Fly...

Texte sind Ihnen sehr wichtig?

Vokalisten haben die Möglichkeit nicht nur die Melodie sondern auch den Text zu interpretieren. Beide sind mir sehr wichtig...

Sie sind nicht nur Sängerin sondern auch Schauspielerin. Hat das Ihr musikalisches Wirken beeinflusst?

Auf jedem Fall. Auch als Kleinkind habe ich das Spielen vorm Publikum geliebt.

Blues ist aber nicht unbedingt Ihr Ding?

Der Blues als Stilrichtung ist so breit gefächert. Bluesig zu singen ist wunderbar.

Sie haben Mitte der 1970ern angefangen. Wie ging es weiter?

Es war amüsant; Ich hatte meinen ersten Auftritt im „Memoland“ in der Siegesstrasse...

Und das Domizil? Das war doch der Jazzclub damals, wo die berühmtesten amerikanischen Jazzmusiker zu hören waren?

Meine Musik war, glaube ich, nicht intellektuell genug. Ich kann mich erinnern Freddie Brocksieper...

Der kleine Jazzbar „Jenny‘s Place“ ist eine Institution geworden in Schwabing. Wie kamen Sie als Sängerin dazu einen eigenen Club zu eröffnen?

Wirklich per Zufall. Ich war damals mit besagtem ehemaligem Wirt vom „P1“ zusammen und ihm wurde ein kleines Lokal...

Wie war Ihr Club für Sie wichtig in Ihrem Werdegang?

Ich war früher als die „englische Sängerin“ bekannt, aber mein Namen ist durch „Jenny‘s Place“ richtig prominent geworden...

Jenny‘s Place war also sehr mit Ihrer Person verbunden

Das was ich machte, war für mich einfach Singen – dass ich Jazzsängerin bin, hat die Fachpresse gesagt.

Warum haben Sie das Lokal aufgegeben?

Nach fünf Jahren, habe ich gemerkt, dass es mehr gibt als jeden Tag im eigenen Club zu singen.

Sie haben seitdem zehn Jazz-CDs veröffentlicht. 2004 sind Sie mit Nuages vom Mainstream weggegangen. Wie kam es dazu?

Meine erste Liebe gehört dem Frühbarock und als ich anfing in der Münchner Musikbibliothek im Gasteig nach Stücken zu suchen,...

Sie sind als Textautorin gefragt. Wie schreiben Ihre Songtexte?

Ich bin ein Fan des geschriebenen Wortes – an zwei Romanen arbeite ich zur Zeit. Die Dichtkunst hat mich immer fasziniert...

Ihre erste Platte war Whisper Not. Da fing die Arbeit mit dem Musikmanager und Schlagzeuger Rudi Martini an. Wie kam es dazu?

Ich wollte unbedingt eine Platte aufnehmen und der Bassist Wolfgang Schmid sagte, ich soll Rudi fragen...

Sie werden im Herbst 60 Jahre alt. Denken Sie ans Aufhören?

Keineswegs! Meine Stimme ist größer geworden als am Anfang und ich kann jede Nuance einsetzen!

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